Effektiv Triggerpunkte lösen – So geht’s

Triggerpunkte lösen

Triggerpunkte sind, soweit man weiß, lokalisierte Muskelverhärtungen, die häufig Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Sie können in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten, wie beispielsweise im Nacken, in den Schultern, im Rücken oder in den Beinen. Die gezielte Behandlung von Triggerpunkten spielt dabei eine entscheidende Rolle bei der Schmerzlinderung und der Wiederherstellung der normalen Muskelfunktion. In diesem wissenschaftlichen Text werden wir daher verschiedene Methoden untersuchen und darlegen, wie man Triggerpunkte erfolgreich lösen kann.

Lösen von Triggerpunkten

Um effektiv Triggerpunkte zu lösen, ist es wichtig, diese zunächst korrekt zu erkennen. Einmal identifiziert, stehen uns Physiotherapeuten unterschiedliche Techniken zur Verfügung, mit denen man gezielt Triggerpunkte lösen kann. Diese sind zum Beispiel:

Manuelle Triggerpunkttherapie

Eine Methode zur Linderung von Triggerpunkten ist die manuelle Triggerpunkttherapie. Dabei werden die betroffenen Muskeln durch gezielten Druck und Massage behandelt, um die Muskelspannung zu reduzieren und die Durchblutung zu verbessern. Als Physio stellt dies eine gängige Therapiemethode dar. Die manuelle Triggerpunkttherapie erfordert jedoch Fachkenntnisse und sollte idealerweise von einem qualifizierten Therapeuten durchgeführt werden. Doch was sagt die Wissenschaft dazu? In einer Untersuchung von Dayanir et al. (2020) wurde gezeigt, dass durch eine manuelle Triggerpunkttherapie keine signifikante Schmerzlinderung erreicht werden konnte.

Triggerpunkte lösen durch Dry Needling

Eine Methode zur Behandlung von Triggerpunkten ist das sogenannte Dry Needling. Dabei setzt man dünne Nadeln in die Triggerpunkte, um diese zu stimulieren und letztendlich die Muskelspannung zu reduzieren. Im Gegensatz zur Akupunktur zielt das Dry Needling gezielt auf die Triggerpunkte ab, um sie zu deaktivieren. Die Nadeln bleiben in der Regel für kurze Zeit im Muskel. In einer Studie von Liu et al. (2015) wurde herausgefunden, dass das Dry Needling kurz- sowie mittelfristig eine effektive Methode ist, um Triggerpunkte lösen zu können.

Dehnen und Bewegung

Regelmäßiges Dehnen und Bewegung sind ebenfalls wichtige Methoden, um Triggerpunkte zu lösen und zukünftige Verhärtungen vorzubeugen. Durch gezieltes Dehnen der Muskeln werden Spannungen reduziert und die Flexibilität verbessert. Dies kann dazu beitragen, Triggerpunkte zu beseitigen und die Muskulatur zu entspannen. Es ist ratsam, Dehnübungen in den Alltag zu integrieren und vor allem diejenigen Muskelgruppen zu dehnen, in denen Triggerpunkte häufig auftreten.

Neben dem Dehnen ist regelmäßige Bewegung von großer Bedeutung, um Triggerpunkte zu lösen. Durch aktive Bewegung wird die Durchblutung gefördert und die Muskulatur besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dies unterstützt den Heilungsprozess und hilft dabei, Verspannungen zu lösen. In einer Untersuchung von Renan-Ordine et al. (2011) wurde untersucht, wie sich die Kombination aus manueller Therapie und Dehnung auf das Lösen von Triggerpunkten auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Zusatz von Dehnübungen eine effektive Methode beim Lösen von Triggerpunkten sein kann.

Stressmanagement und Entspannungstechniken

Stress kann eine Ursache für die Entstehung von Triggerpunkten sein und deren Linderung erschweren. Daher ist es wichtig, Stress effektiv zu bewältigen und Entspannungstechniken in den Alltag zu integrieren. Verschiedene Methoden wie zum Beispiel Meditation, Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder auch Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern. Durch regelmäßige Anwendung dieser Techniken kann nicht nur die Entstehung von Triggerpunkten reduziert, sondern auch deren Linderung unterstützt werden. In einer interessanten Studie von Sharan et al. (2014) wurde bewiesen, dass gezielte Yoga-Übungen effektiv Triggerpunkte lösen können. Vor allem im Schulter-Nackenbereich konnte man überzeugende Ergebnisse liefern.

Triggerpunkte lösen mit Kinesiotape

In einer druckfrischen Studie von Rathod et al. (2023) wurde die Effektivität von einer manuellen Releasetechnik mit der Applikation von Kinesiotape im Schulter-Nackenbereich verglichen. Hierbei hat man 30 Patienten mit diagnostizierten Triggerpunkten im Trapeziusmuskel in zwei Gruppen randomisiert. Die eine Gruppe erhielt demnach über einen Zeitraum von zwei Wochen neben Wärme- und Elektrotherapieanwendung drei manuelle Anwendungen pro Woche. Die andere Gruppe erhielt ebenfalls das Standardprocedere plus 3 Anwendungen Kinesiotape pro Woche, welches für 24 Stunden appliziert wurde. Die Ergebnisse wurden anhand der VAS-Skala und der ROM von Rotation und Lateralflexion gemessen. Das Ergebnis:

Beide Maßnahmen konnten alle Parameter signifikant verbessern. Allerdings konnte die manuelle Releasetechnik stärkere Effekte nachweisen. Somit schlussfolgern die Autoren, dass eine Standardtherapie aus Wärme- und Elektrotherapie plus myofaszialem Release eine wirksame Methode zum Lösen von Triggerpunkten ist.

Die Originalstudie gibt es hier noch einmal zum Nachlesen.

Fazit

Die effektive Behandlung von Triggerpunkten spielt eine wichtige Rolle bei der Schmerzlinderung und der Wiederherstellung der normalen Muskelfunktion. Die hier genannten Methoden wie die manuelle Triggerpunkttherapie, Dry Needling, Dehnen und Bewegung erzielen dabei allerdings gemischte Effekte. Eine Kombination aus passiven Maßnahmen und der myofascial Releasetherapie scheint eine wirksame Methode zu sein, Triggerpunkte zu lösen.

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