Laufverletzung – Kann man das Syndesmoseband tapen?

Als Läufer kennst du es bestimmt. Einmal falsch aufgekommen, beim Trailrun in ein Loch getreten oder einfach nur unglücklich gestolpert und schon ist es passiert: Du bist umgeknickt. In Fachkreisen „Supinationstrauma“ genannt ist es der absolute Klassiker unter den Sportverletzungen. Obwohl es gerade im Laufsport vermehrt zu chronischen Überlastungsverletzungen kommt, gehört diese Form der Akutverletzung tatsächlich auch zu einem relativ häufig auftretenden Übel. Doch Verletzung ist nicht gleich Verletzung. Da der Fuß ein komplexes Gelenk ist und von dutzenden Bändern geführt wird, kann es zu einer Vielzahl an verschiedenen Verletzungen kommen. Doch woher weiß man, welche Art der Fußverletzung man sich zugezogen hat und die vielleicht wichtigere Frage: Was kann man dagegen tun? Das alles und noch viel mehr wird in diesem Artikel geklärt. Neben der Frage, ob man das Syndesmoseband tapen kann wird in diesem Blogbeitrag auch auf die typischen Laufverletzungen eingegangen.

Verletzung – Akut oder chronisch?

Grob lassen sich Verletzungen in zwei verschiedene Gruppen einteilen. Akut beschreibt ein eher kurzzeitig auftretendes Problem. Man spricht von einer akuten Verletzung, wenn Symptome und Schmerzen kürzer als 3 Monate präsent sind. Folglich ist eine Verletzung chronischer Natur, wenn diese euch länger als 3 Monate beschäftigt.

Obwohl viele Athleten die akute Verletzung fürchten, ist es doch meist eine chronische Schmerzsymptomatik, die den Sportlern dauerhaft zusetzt. Das tückische hierbei: Schaut man einmal in der Literatur nach, so werden chronische Verletzungen als solche gekennzeichnet, bei welchen es keine klaren Ursachen bzw. Auslöser gibt.

Zum Vergleich: Knickst du beim Laufen im Wald um und hast anschließend einen schmerzhaften Knöchel samt Schwellung, so kennst du den genauen Auslöser für dein Leiden. Somit reden wir hier über eine akute Verletzung. Schleichen sich jedoch die Schmerzen ganz langsam in deinen Alltag oder den Sport ein und du kannst nicht genau sagen, wodurch diese ausgelöst oder begünstigt werden, spricht man von einer chronischen Problematik.

Nun ja, alles erstmal schön und gut. Nur, wie unterscheidet sich die Therapie der beiden Verletzungsarten und auf was musst du achten? Lies einfach weiter und du wirst es erfahren 😉

Therapie der akuten Verletzung

Verletzt du dich beim Sport, so gibt es einige Aspekte, die du beachten solltest. Fangen wir bei der Akutversorgung an. Sobald der Schmerz auftaucht, fange mit der PECH Methode an. PECH steht für Pause, Eis, Kompression und Hochlegen. Auch wenn die PECH Regel mittlerweile wissenschaftlich diskutiert wird und nicht mehr ganz so gut dasteht wie vielleicht noch vor 10 Jahren, dient sie weiterhin als gute Faustregel in der Behandlung von Schmerzen und Schwellung.

Pause bedeutet, dass du das schmerzende Körperteil entlasten sollst, um die Körpereigenen Heilungsprozesse in Gang zu setzen. Denn da geht so einiges vor sich im menschlichen Körper. Das Eis dient der Schmerzreduktion. Aber aufgepasst: Zu langes Kühlen kann die körpereigenen Prozesse stören oder sogar unterbinden. Daher nie länger als 10 Minuten kühlen und vor allem den direkten Kontakt des Kühlpacks mit der Haut vermeiden. Die Kompression hilft dabei die Schwellung, die zusätzlichen Druck für die Wunde bedeuten kann zu reduzieren. Das Hochlegen der betroffenen Extremität unterstützt den Lymphabfluss und somit die Heilungsabläufe des Körpers.

Im Vergleich zu chronischen Verletzungen, können die akuten Verletzungen gut durch Sporttapes versorgt werden. Als Beispiel für die Tapeversorgung einer akuten Verletzung erklären wir am Endes des Beitrages, wie man das Syndesmoseband tapen kann.

Therapie der chronischen Verletzung

Da bei der chronischen Symptomatik meist der Auslöser unbekannt ist, ist die Therapie dieser Verletzungsart nicht ganz so klar definiert. Der chronischen Verletzung liegt meistens einer Fehl- oder Überbelastung zugrunde, sodass hier zumeist die Biomechanik des Sportlers näher betrachtet werden muss. Fehlbelastungen treten auf, wenn durch eine Fehlstellung (Beispielsweise eine Fußfehlstellung oder eine X- oder O-Bein Stellung der Knie) die Kräfte nicht gleichmäßig auf die Strukturen verteilt werden können. Folglich sammeln sich die auf den Körper einwirkenden Kräfte auf einer zu kleinen Fläche und führen unter Umständen zu einer Entzündung der betroffenen Strukturen. Ein Ausgleichen der Fehlbelastung durch zielgerichtetes Training kann dabei helfen, Fehlbelastungen zu kontrollieren.

Ist die Überlastung des Muskelsehnenapparats der Grund für eine chronische Entzündung, gibt es meist eine ganze einfache Erklärung. Die Belastung ist größer als die Belastbarkeit. Das gemeine dieser Art der Verletzung ist die lange Regenerationszeit. Um die Entzündung und die damit einhergehende Schmerzen wieder in den Griff zu bekommen, muss sich zunächst um die Entzündung gekümmert werden. Dies bedeutet oft den worst case für den Athleten: Sportpause. Denn nur so können die überlasteten Strukturen entlastet und die Regeneration dieser vorangetrieben werden. Im nächsten Schritt wird durch gezieltes Auftrainieren die Belastbarkeit Muskel-Sehnenapparats gesteigert und somit die Fähigkeit gefördert, den einwirkenden Kräften standzuhalten.

Verletzungen der unteren Extremität – Welche sind typisch im Laufsport?

Zum Glück ist der Laufsport generell ein relativ harmloser Sport. Dennoch gibt es einige wenige Verletzungen, die je nach Intensität und Dauer des Laufens nicht aus diesem Sport wegzudenken sind. Fangen wir mit den chronischen Verletzungen an:

Plantarfasziitis

Die Plantarfaszie ist eine Sehnenplatte an der Fußsohle, die vom Fersenbein über das Fußlängsgewölbe bis hin zu den Zehen verläuft. Diese Struktur besitzt eine wichtige Aufgabe im menschlichen Gang. Sie hält die knöchernen auf Spannung oder ermöglicht das Abfedern des Fußes beim Laufen. Wird diese Faszie über einen langen Zeitraum übermäßig stark belastet, kann sich der Ansatz an der Ferse entzünden. Schmerzen beim Auftreten, im fortgeschrittenen Stadium sogar in Ruhe sind die Folge. Neben Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Kortisoninjektionen stehen den Ärzten alternative Therapiemöglichkeiten wie Ultraschall oder Stoßwellenbehandlung zu Verfügung, um in der frühen Phase die Entzündung zu reduzieren. Im späteren Verlauf steht die Trainingstherapie im Mittelpunkt, um wie bereits beschrieben das Verhältnis von Belastung zu Belastbarkeit der Strukturen positiv zu beeinflussen. Die Syndesmose kann als Gegenspieler zu der Plantarfaszie auch schmerzhaft sein.

Runners Knee

Das Runners Knee, oder auch iliotibiales Bandsyndrom ist ebenfalls eine chronische Überlastungserscheinung. Diesmal ist allerdings eine Bandstruktur im Kniegelenk betroffen. Der sogenannte Traktus Iliotibiales verbindet über den äußeren Oberschenkel die Hüfte mit dem Knie. Bei einem hohen Trainingsvolumen und einer ausgeprägten Oberschenkelmuskulatur kann es passieren, dass der Muskel im Bereich des Knies über den Knochen reibt und sich letztendlich entzündet. Viele Sportler mussten bereits mit dem Runners Knee Bekanntschaft schließen. Auch hier sieht die Behandlung ähnlich wie die der Plantafasziitis aus. Durch entzündungshemmende Schmerzmittel wird zunächst die Verletzung behandelt, ehe im späteren Verlauf der Therapie versucht wird, die Belastbarkeit der Hüft- und Beinmuskulatur zu verbessern.

Patellaspitzensyndrom

Das Patellaspitzensyndrom, in der Umgangssprache auch „Jumpers Knee“ genannt, betrifft die Patellasehne und entsteht, wenn der Oberschenkelmuskel, der in der Patellasehne mündet, übermäßig stark ist und die Kniescheibe (Patella) mit zu viel Druck auf das Kniegelenk presst. Als Ergebnis entstehen kleine Mikrorisse in der Patellasehne, worauf der Körper, ihr ahnt es, mit einer Entzündung antwortet. Diese Erkrankung kann ebenfalls in verschiedene Stadien aufgeteilt werden, die sich in Lokalisation und Art des Schmerzes unterscheiden. Wie in den bisher erwähnten Überlastungserkrankungen laut auch bei dem Patellaspitzensyndrom die Devise: Erst die Schmerzen und Entzündung reduzieren, anschließend die Belastbarkeit der Strukturen durch besondere trainingstherapeutische Übungen zu verbessern.

Achillessehnenentzündung

Die Achillessehnenentzündung (Achillodynie) zählt in der Welt des Laufens auch (traurigerweise) zu den absoluten Klassikern unter den Verletzungen. Das ist aber auch kein Wunder. Schaut man sich einmal die Achillessehne genauer an, kann man sich schon denken, dass diese die stärkste Sehne im menschlichen Körper ist. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viel die Achillessehne vor allem beim Laufen beansprucht wird.

Folglich kann auch sie überlastet werden, was ebenfalls nicht nur eine schmerzhafte, sondern auch eine relativ gefährliche Verletzung darstellt. Denn wie auch in der Patellasehne bilden sich in der Achillessehne kleine Risse, die unter Umständen in einer kompletten Ruptur enden können. In der Welt des Sports zählt dies als einer der verheerendsten Verletzungen überhaupt. Daher ist es vor allem bei dieser Verletzung ratsam, eine Achillodynie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Lasst euch genug Zeit in der Rehabilitation und stellt sicher, dass ihr die Achillessehne nicht zu früh enormen Belastungen aussetzt. 

Den größten Anteil der Laufverletzungen machen wie bereits erwähnt die chronischen Überlastungsverletzungen aus. Allerdings gibt es einige wenige akute Verletzungen bei Läufern, die wir euch im Folgenden einmal kurz vorstellen.

Supinationstrauma

Die wohl häufigste akute Verletzung beim Laufen ist das Supinationstrauma. Im Volksmund auch bekannt als das typische Umknicken, passiert es vor allem dann, wenn man auf einem unebenen Boden in ein Loch tritt. Meist knickt der Fuß nach Innen um und die Außenbänder im Fuß werden verletzt. Die Bänder überdehnen oder reißen dann, was sich in Schmerzen und Schwellung im Außenbereich des Fußes widerspiegelt. Da es ähnlich wie beim Syndesmoseband tapen auch beim Supinationstrauma etliche Möglichkeiten gibt, mit Tapes Abhilfe zu schaffen, haben wir euch hier einige Videos zu den Tapeanlagen mit dem Dynamic Tape zusammengefasst. 

Sprunggelenksfraktur

Eine weitere, wirklich unglückliche Verletzung im Sport ist die Sprunggelenksfraktur. Während in einer Ballsportart meist eine Fremdeinwirkung schuld an dieser Verletzung ist, kann es beim Laufen ebenfalls durch das Umknicken zu einer Sprunggelenksfraktur kommen. Hierbei kann man in die Weber A, Weber B und Weber C Fraktur unterteilen. Unterschieden wird hierbei in Lokalisation der Fraktur. 

Syndesmoseband Verletzung – Syndesmoseband tapen

Das Syndesmoseband zählt zu einem der wichtigsten Stabilisatoren im Sprunggelenk und trotzdem ist es ein eher unbekanntes Band. Während eine komplette Ruptur der Syndesmose zumeist operativ versorgt werden muss, kann eine Teilruptur auch konservativ behandelt werden. Ziel in der konservativen Behandlung ist vor allem die Stabilisation des Sprunggelenks, während die Verletzung heilt. Vor allem kann es helfen, das Syndesmoseband zu tapen. Ziel dieses Tapes ist, die Dreh- und Scherkräfte auf das Syndesmoseband zu reduzieren und somit das Risiko einer kompletten Ruptur der Struktur zu vermeiden. Das Tapen des Syndesmosebands kann außerdem zu einer Verbesserung der Stabilität sorgen, was weiterhin in einer Reduktion der Schmerzen enden kann. Wir geben euch hier in dem Video eine Anleitung, wie ihr das Syndesmoseband tapen könnt und worauf bei dieser Tapeanlage zu achten ist.

Aufgabe des Syndesmosebands

Auch wenn man einzelne Bänder nicht direkt tapen kann, können Tapes dennoch die Funktion der Bänder im Körper unterstützen. So ist die Funktion der Syndesmose recht vielseitig. Schaut man sich zunächst die Anatomie des Sprunggelenks an kann man erkennen, dass das Syndesmoseband eine recht breite Struktur im Vergleich zu den schmäleren Außenbändern ist. Sie stabilisiert nicht nur das obere Sprunggelenk, vielmehr ist die Syndesmose an der Sicherung von Schien- und Wadenbein beteiligt. Wird dieses ca. fingerbreite Band beschädigt, kann es zu einer Instabilität in diesem Bereich kommen. Als Folge werden Schien- und Wadenbein nicht mehr fixiert und entfernen sich voneinander, sobald Kräfte auf das Fußgelenk einwirken.

Nun kannst du natürlich dafür sorgen, dass die beschädigten Strukturen von außen stabilisiert werden. Und genau da kommt das Tape ins Spiel. Wir von Medical Dude sind große Fans des Dynamic Tapes. Dieses findest du bei uns im Shop, doch was ist es genau und wie kann es beispielsweise das Syndesmoseband unterstützen? Gute Frage, die Antwort gibt es jetzt.

Syndesmoseband tapen – Darauf solltest du achten

Da du jetzt weißt, wo das Syndesmoseband liegt und für was es gut ist, ist es schon die halbe Miete um eine sinnvolle Tapeanlage durchzuführen. Wie schon erwähnt findet das Tapen der Syndesmose mit dem biomechanischen Dynamic Tape statt. Währen Kinesiotape und Co. zum Ziel haben, die Bewegungsausführung von Gelenken zu verbessern ist das Hauptziel des Dynamic Tapes, Strukturen zu entlasten bzw. mechanisch zu unterstützen. Das macht sich schon in dem festeren und sehr elastischen Material des Dynamic Tapes bemerkbar. In dem Anleitungsvideo seht ihr, wie mit Dynamic Tape die 7,5cm breiten Tapestreifen so angelegt werden, dass die Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein mit dem oberen Sprunggelenk gestärkt und der Fuß gegen Scher- und Rotationskräfte gesichert wird.

Falls du Fragen rund um das Dynamic Tape habt, so lass uns diese einfach per Email auf info@medical-dude.de zukommen. Wir freuen uns auf deine Nachricht.