Wie das Patellofemorale Schmerzsyndrom einfach zu behandeln ist

Du leidest an permanenten Knieschmerzen, aber Arztbesuche und MRT-Aufnahmen bringen dir keine Diagnose? Dann leidest du unter Umständen an einem Patellofemoralen Schmerzsyndrom. Das Patellofemorale Schmerzsyndrom zählt zu den häufigsten Überlastungsverletzungen überhaupt. Besonders bei Sportlern ist es das Überlastungssyndrom Nummer 1. Wie sich das Patellofemorale Schmerzsyndrom äußert und was du dagegen machen kannst erfährst du hier in diesem Beitrag. Und du wirst sehen: Das Patellofemorale Schmerzsyndrom ist eigentlich ganz gut zu behandeln 😊

Was kann ich bei einem Patellofemoralen Schmerzsyndrom tun?

Bevor wir dir die effektivsten Tipps und Maßnahmen für die Behandlung des Patellofemoralen Schmerzsyndroms an die Hand geben, möchten wir dir ganz kurz erklären, was hinter diesem dubiosen Ausdruck steckt.

Dieser merkwürdig klingende Begriff hört sich zwar kompliziert an, ist aber eigentlich ganz einfach zu erklären.

Patellofemoral gibt die Lokation, also den genauen Ort der Problematik an. Aus diesem Begriff lässt sich daher ableiten, dass irgendwas zwischen der Patella (Kniescheibe) und dem Femur (Oberschenkelknochen) sein muss.

Patellofemorales Schmerzsyndrom
Patellofemorales Schmerzsyndrom

Du denkst dir sicherlich: Na toll, mit „Irgendwas“ kann ich nicht viel anfangen. Und tatsächlich ist unter der Diagnose Schmerzsyndrom keine genauere Aussage möglich, womit wir zum zweiten Teil kommen. Ein Schmerzsyndrom bescheinigt dir eigentlich nur, dass ein Schmerz vorliegt. Woher dieser letztendlich kommt oder wodurch er verursacht wird, kann man bei einem Syndrom nicht feststellen. Typisch für ein Syndrom ist lediglich, dass der Schmerz mehrere Ursachen haben kann.

Somit können wir dir, was das Patellofemorale Schmerzsyndrom angeht eine gute und eine schlechte Nachricht überbringen. Die Schlechte haben wir dir bereits mitgeteilt: Man weiß nicht genau, warum du Schmerzen in der Vorderseite des Kniegelenks hast.

Doch die viel bessere Nachricht: Wahrscheinlich hast du keine größere Verletzung erlitten, denn in der Diagnostik sollten zuvor bestenfalls die akuten Traumata wie Bänderrisse, Meniskusläsionen und Knochenbrüche ausgeschlossen worden sein.

Somit gibt es etliche Möglichkeiten und Maßnahmen, mit denen du die Schmerzen reduzieren und schnellstmöglich wieder problemlos in deinen Sport einsteigen kannst.

Das kannst du gegen das Patellofemorale Schmerzsyndrom tun!

Wir fangen diesen Abschnitt direkt mal mit einer weiteren guten Nachricht an. Es gibt viele einfache und effektive Maßnahmen, um das Patellofemorale Schmerzsyndrom in den Griff zu bekommen.

Belastung reduzieren

Die Erste lautet Belastungspause bzw. Belastungsreduktion. Falls du in der letzten Zeit viel auf den Beinen gewesen bist oder deine Trainingsbelastungen in den letzten Wochen ständig hochgefahren hast, solltest du die Belastung auf das betroffene Knie etwas reduzieren. Falls du dir nicht vorstellen kannst, das Training komplett zu pausieren, empfehlen wir dir dennoch die einwirkenden Kräfte auf dein Knie deutlich zu mindern. Aus einem 5km langen Dauerlauf kann zum Beispiel ein 5km Spaziergang werden. Die Beinpresse mit Zusatzgewichten kann durch einfache Kniebeugen mit dem eigenen Körpergewicht ersetzt werden.

Kniegelenk kühlen

Die zweite Maßnahme gegen das Patellofemorale Schmerzsyndrom lautet Kühlen. Ist das Knie stabil, bzw. sind die Bandverletzungen im Knie abgeklärt, ist die wahrscheinlichste Erklärung für deinen Schmerz eine Entzündung. Die Kältetherapie stellt eine einfache und effektive Therapie in der Bekämpfung von Entzündungen dar. Nicht nur kannst du damit die Entzündung selbst reduzieren. Wenn die Kältetherapie korrekt angewendet wird, kann eine schnelle physiologische Reaktion zur Schmerzbekämpfung im Körper eingeleitet werden. Noch effektiver wird die Kältetherapie, wenn sie in Kombination mit einer Kompression stattfindet. Hier findest du Beispiele, wie eine Kälte- und Kompressionstherapie aussehen kann.

Entzündungshemmende Schmerzmittel

In der Regel verschreibt dir dein Arzt Nicht Steroidale Antirheumatika (NSAR). Darunter fallen Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen. Diese können vor allem in der frühen Akutphase in Kombination mit der Kälte und Entlastung dafür sorgen, die Schmerzen zu lindern. Neben den chemischen Medikationen kannst du deinen Körper ebenfalls durch die Ernährung bei der Bekämpfung von Schmerzen und Entzündungen unterstützen. Welche Lebensmittel sich dazu besonders gut eignen erfährst du in unserem Blogbeitrag über Entzündungshemmende Lebensmittel.

Krankengymnastik

Die Physiotherapie stellt ebenfalls ein wichtiges Standbein der Therapie des Patellofemoralen Schmerzsyndroms dar.

Dein Physiotherapeut sollte dir bestenfalls bei der Belastungssteigerung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn ist erstmal der Schmerz reduziert oder gar gänzlich verschwunden, solltest du eine kontrollierte und gesteuerte Progression der Belastung anstreben. Das bedeutet, dass du nach einer längeren Pause nicht einfach wieder dort weitermachen solltest, wo du vor der Verletzung aufgehört hast. Vielmehr ist es ratsam, dich und dein Kniegelenk wieder langsam an steigende Belastungen heranzutasten.

Das Patellofemorale Schmerzsyndrom tapen

Das Tapen diverser Strukturen ist aus der Sport- und Physiotherapie gar nicht mehr wegzudenken. Besonders bei der Entlastung sowie in der Belastungssteigerung können dir die Klebebänder behilflich sein. In dem nachfolgenden Tutorial zeigen wir dir anhand eines Beispiels, wie du die patellofemoralen Strukturen mit dem biomechanischen Dynamic Tape nachweislich entlasten kannst.

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Probiere diese Maßnahmen und du bist schnell wieder auf den Beinen!

Wie du siehst, gibt es einige Möglichkeiten, um das Patellofemorale Schmerzsyndrom zu behandeln. Der Schlüssel zum Erfolg ist sicherlich die Kombination aus Maßnahmen. Aber wie du in diesem Beitrag hoffentlich erfahren hast, gibt es einige Lichtblicke bezüglich der Therapie. Wir fassen noch einmal zusammen: Das Patellofemorale Schmerzsyndrom ist zwar das am häufigsten auftretende Überlastungssyndrom, dennoch liegt hier keine massive strukturelle Schädigung vor. Es gibt viele und effektive Maßnahmen, mit denen du die Symptomatik reduzieren kannst. Neben den medikamentösen und physiotherapeutischen Maßnahmen kannst du selbst zu dem Erfolg der Therapie beitragen. Du kannst die Belastung reduzieren, das Kniegelenk kühlen. Du kennst eine effektive Tapeanlage, um die patellofemoralen Strukturen zu entlasten und du weißt nun, dass du die Belastung nach überstandener Verletzung langsam wieder steigern solltest. Deshalb sind wir der Meinung: Das Patellofemorale Schmerzsyndrom ist eine Symptomatik, die gut behandelbar ist.