Umgeknickt? Alles rund um die Knöchelverstauchung

Eine Knöchelverstauchung tritt auf, wenn sich die Bänder, die das Sprunggelenk umgeben dehnen oder reißen. Das ist vor allem der Fall, wenn man im Sport oder Alltag umgeknickt ist. Man unterscheidet zwischen einer Verstauchung und einer Zerrung. Verstauchungen betreffen eine Verletzung der Bänder, während Zerrungen Muskeln oder Sehnen umfassen. Vor allem im Laufsport stellt dies eine häufige Problematik dar. In ihrem umfassenden Beitrag gibt Asics Frontrunner Athletin Yana Strese einen hilfreichen sowie ausführlichen Überblick über die häufigsten Laufbeschwerden und Verletzungen und welche Erste Hilfe Maßnahmen in Frage kommen.

Die Symptome der beiden Verletzungen sind jedoch sehr ähnlich. In beiden Fällen treten Schwellungen im Bereich des Fußgelenks auf. Ebenso sind Schmerzen beim Auftreten oder bei Bewegung des Fußes typisch. Aus diesem Grund ist es schwierig, eine Verstauchung von einer Zerrung zu unterscheiden.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, was genau passiert, wenn man umgeknickt ist und wie man die Symptome gut behandeln kann.

Anzeichen und Symptome eines verstauchten Knöchels

Eine Verstauchung des Knöchels verursacht je nach Schweregrad unterschiedlich starke Schmerzen.

Die Schmerzen und anderen Symptome, die eine Verstauchung verursacht, variieren je nach Schweregrad der Verstauchung und je nachdem, welche Bänder betroffen sind. Bei einigen Verstauchungen sind mehrere Bänder betroffen, was die Symptomatik meisten verschlimmert.

Wenn man umgeknickt ist und sich den Knöchel verstaucht hat, kann man die Problematik in drei Schweregrade einteilen:

Grad 1: Verstauchungen des ersten Grades sind leicht und treten auf, wenn es zu einer Dehnung und einem mikroskopischen Riss des Knöchelbandes kommt. Sie verursachen in der Regel nur leichte Schmerzen und Schwellungen.

Grad 2: Verstauchungen des Grades 2 sind mittelschwer und treten auf, wenn das Band teilweise reißt. Sie verursachen mäßige Schmerzen und Schwellungen. Bei klinischer Untersuchung des Arztes merkt man häufig schon eine leichte Instabilität des Sprunggelenks.

Grad 3: Verstauchungen des dritten Grades treten auf, wenn ein Band vollständig reißt. Dies führt meist zu erheblichen Schmerzen und Schwellungen, die es erschweren, den Knöchel zu bewegen bzw. zu belasten. In der klinischen Untersuchung ist dann eine deutliche Instabilität des Knöchels zu verspüren.

Starke Schmerzen bedeuten in der Regel, dass es sich um eine schwerere Verstauchung handelt, jedoch können alle Verstauchungen schmerzhaft sein.

Andere Symptome sind:

  • plötzliche Schmerzen, die meist nach einem Sturz, Schlag oder nachdem man umgeknickt ist auftauchen und sich im Laufe der Zeit verschlimmern
  • Schwellungen oder Blutergüsse am oder um den Knöchel
  • Schwierigkeiten, den Knöchel zu bewegen
  • Instabilität des Gelenks, die das Gehen erschweren

Eine schwere Verstauchung kann sich wie ein Knochenbruch anfühlen. Auch die Symptome können denen eines Bruchs ähneln. Solltest Du nach einer Verletzung starke Muskel- oder Knochenschmerzen haben, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Eine häufige Ursache für Verstauchungen ist ein Sturz, bei dem der Knöchel umgeknickt wird.

Jede Verletzung, bei der die Bänder des Sprunggelenks gedehnt werden, kann zu einer Verstauchung des Knöchels führen. Einige häufige Ursachen sind:

Stürze: Bei einem Sturz können der Knöchel und die ihn stützenden Bänder verstaucht werden. Vor allem das Umknicken ist ein Mechanismus der Verstauchung. Auch Verstauchungen durch Stürze beim Sport sind häufig. Vor allem sind Ballsportarten und Laufen häufige Auslöser für eine Verstauchung.

Ein Schlag auf den Knöchel: Ein direkter Schlag auf den Knöchel kann zu einer Verstauchung der Bänder führen, wenn sie dadurch überdehnt werden. Das sind meist externe Einflüsse im Sport, beispielsweise eine Grätsche im Fußball, die in einer Knöchelverletzung enden.

Wenig Bewegung: Eine sitzende Lebensweise verursacht zwar keine Verstauchungen, kann aber das Risiko von Weichteilverletzungen erhöhen. Das liegt daran, dass ein Mangel an Bewegung die Muskeln und Weichteile mit der Zeit schwächen kann. Ist zum Beispiel die fußumgebende Muskulatur nur schwach ausgeprägt, bietet sie nur wenig Stabilität und schützt somit nicht die Bänder.

Überlastung: Eine Überbeanspruchung des Knöchels, z. B. durch Leistungssport, kann zu kleinen Rissen in den Bändern, Sehnen oder Muskeln führen. Dies erhöht das Verletzungsrisiko nach einem Sturz oder Schlag von außen und kann zu Bänderschäden führen.

Vorherige Verstauchung: Eine Verstauchung des Knöchels in der Vergangenheit, die nicht richtig verheilt ist, kann eine weitere Verstauchung verursachen. In einigen Fällen verändert eine vorherige Verletzung den Gang und erhöht somit das Risiko weiterer Stürze und Verletzungen.

Behandlung und Hausmittel

Die Behandlung eines verstauchten Knöchels beginnt mit dem Ruhigstellen des Knöchels, um künftigen Verletzungen vorzubeugen und die Einblutung so gering wie möglich zu halten. Umso geringer die Einblutung ist, desto weniger Schmerzen werden verursacht. Sobald die anfängliche Schwellung abgeklungen ist, können sanfte Bewegungsbungen die Heilung unterstützen und Muskelschwäche vorbeugen.

Leichte Knöchelverstauchungen müssen nicht unbedingt ärztlich behandelt werden. Einige einfache Hausmittel können helfen, die mit diesen Verletzungen verbundenen Schmerzen zu lindern:

PECH Regel

Die allseits bekannte PECH Regel bestehend aus Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung kann in den Tagen nach der Verletzung Schwellungen und Schmerzen lindern. Es sollten anstrengende Übungen vermieden werden.  Eine optimal Behandlungsmöglichkeit bietet das PowerPlay Kälte- und Kompressionssystem, welche die Kühlung plus die Kompression in der Therapie nach der Verletzung optimal abdeckt. Mehr darüber hier auf unserer Seite.

Freiverkäufliche Medikamente

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen können Schmerzen lindern und Schwellungen reduzieren.

Unterarmgehstützen

Bei starken Schmerzen kann die Verwendung von Krücken helfen, mobil zu bleiben und den Knöchel zu entlasten. Dies kann die Schmerzen lindern und das Risiko weiterer Verletzungen verringern.

Wenn die Knöchelverstauchung schwerwiegend ist oder die Hausmittel nicht wirken, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser verschreibt dann unter Umständen:

Ruhigstellung des Fußgelenks

Das Tragen einer Orthese oder Schiene kann verhindern, dass sich der Knöchel ungewollt bewegt und schützt somit vor erneuten Umknicken. Diese kurzzeitige Ruhigstellung sorgt für einen verbesserten Heilungsverlauf. Dadurch wird die Gelenkstabilität verbessert und das Risiko einer erneuten Verletzung verringert.

Tapen

Bei einer Fußinstabilität kann das Tapen die Mobilität des Sprunggelenks einschränken und somit zur Stabilisierung beitragen. Vor allem Dynamic Tape hat sich hier als besonders hilfreich gezeigt, da es besonders auf die Biomechanik des Körpers abzielt und somit maximale Unterstützung in der Verbesserung von Schmerzen und Beweglichkeit bietet. Hier geht zu unserer Seite von Dynamic Tape.

Physiotherapie

Physiotherapie kann dazu beitragen, verletzte Bänder sowie umliegendes Weichteilgewebe zu heilen, welches möglicherweise ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die physikalische Therapie umfasst Dehnungen und Kräftigungsübungen für zu Hause sowie regelmäßige Untersuchungen durch einen Physiotherapeuten. Die Physiotherapie hilft dem Betroffenen, die Beweglichkeit des Knöchels wiederzuerlangen und die umliegenden Muskeln zu stärken.

Übungen

Nachdem die anfängliche Schwellung abgeklungen ist, kann der Arzt Übungen oder Dehnungen für zu Hause empfehlen, wie z. B. Knöchelkreisen, Zehenheben oder Fersenheben um unterstützend Beweglichkeit und Kräftigung der betroffenen Struktur zu verbessern.

Operation

Die meisten Knöchelverstauchungen bedürfen keiner Operation. Bei Instabilität oder Schäden an mehr als einem Band kann eine Operation erforderlich sein.

Wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Viele Verstauchungen nachdem du umgeknickt bist heilen ohne ärztliche Behandlung, insbesondere wenn es sich um eine leichte Verstauchung (Grad 1) handelt.

Bei schwerwiegenden oder langanhaltenden Schmerzen sollte dennoch ein Arzt konsultiert werden. Deshalb sollte ärztlicher Rat aufgesucht werden, wenn:

  • die Schmerzen stark oder unerträglich sind
  • das Gehen auch nach 2-3 Tagen noch nicht möglich ist
  • mehrere Wochen nach einer Knöchelverstauchung anhaltende Schmerzen vorhanden sind
  • der/die Betroffene seinen/ihren Knöchel nach einer vorhergegangenen Verstauchung erneut verletzt
  • ein äußeres Trauma am Knöchel vorliegt, z. B. ein Hautriss oder eine Blutung
  • der/die Betroffene chronische Schmerzen hat, die über mehrere Wochen andauern
  • Hausmittel nicht gegen die Schmerzen helfen

Zusammenfassung

Knöchelverstauchungen kommen häufig vor und sind in der Regel relativ harmlos, obwohl sie schmerzhaft sein können. Es ist wichtig, diese Verletzung ernst zu nehmen und den Knöchel zu schonen, um weitere Verletzungen zu vermeiden.

Ein Arzt kann Behandlungsrichtlinien anbieten und sicherstellen, dass es sich um eine Verstauchung und nicht um eine ernstere Verletzung handelt.