Schmerzen in der Brust – Ursachen & Behandlung

Schmerzen in der Brust können unterschiedliche Ursachen haben und müssen nicht unbedingt durch Herz oder Lunge bedingt sein. Sie können ebenso durch eine Verletzung der Muskeln, Gelenke oder des Knorpels im Brustbereich verursacht werden. In einigen Fällen können Wärme- oder Kältetherapie Abhilfe schaffen. Ebenso kann bei muskulärer Ursache die Anwendung von Tape zur sofortigen Verbesserung der Symptome führen.

Die Ursache von Schmerzen in der Brust ist allein anhand der Symptome schwer zu diagnostizieren. Deshalb ist aus diesem Grund beim Auftreten schwerer Symptome ein Arzt aufzusuchen!

Dieser Artikel befasst sich mit einigen Ursachen und Behandlungen im Zusammenhang mit Schmerzen in der Brust.

Was ist Brustschmerz?

Schmerzen in der Brustwand beziehen sich auf Schmerzen im Inneren der Brust. Diese können unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen kann der Schmerz durch die Weichteile im Brustkorb verursacht werden. Dazu gehören Muskeln, Bänder und Sehnen. Andererseits kann auch ein Gelenk mit dem dazugehörigen Knorpel des Brustkorbs ursächlich für den Schmerz sein.

Andere Auslöser für den Brustschmerz können allerdings auch die Organe im oberen Brustraum sein. Dazu gehören Herz, Lunge, Magen, Leber aber auch die Galle.

Schmerzen in der Brust können unterschiedliche Symptome hervorrufen, die von Engegefühlen im Brustkorb bis hin zu scharfen, stechenden Schmerzen reichen. Auch das Auftauchen der Symptome können unterschiedliche Zeitverläufe haben. In manchen Fällen treten Schmerzen in der Brustwand nur bei Bewegung oder bei Berührung des Bereichs auf.

Schmerzen in der Brust können auch bei einer Herzerkrankung oder einem Herzinfarkt auftreten. Allerdings sind viele Fälle von Brustwandschmerzen nicht auf ein Herzproblem zurückzuführen. Einige Schätzungen gehen sogar davon aus, dass fast ein Viertel der Bevölkerung Schmerzen in der Brustwand hat, die nicht auf ein Herzproblem zurückzuführen sind.

Eine häufige Ursache für Brustschmerzen ist zum Beispiel eine Verletzung der Muskeln, Gelenke oder Knorpel.

Wann Sie einen Notarzt aufsuchen sollten

Schmerzen in der Brustwand stellen unter Umständen eine Notfallsituation dar. Und zwar vor allem wenn die Person:

  • starke Schmerzen in der Mitte der Brust hat, die länger als ein paar Minuten anhalten
  • Schmerzen hat, die sich auf den Rücken, die Schultern oder den Kiefer ausbreiten
  • andere Symptome, wie Kurzatmigkeit, Schwindel oder Verwirrung aufweist
  • das Bewusstsein verliert

Diese Symptome können auf einen Herzinfarkt hindeuten und erfordern deshalb eine sofortige medizinische Versorgung.

Ein Herzinfarkt ist allerdings nicht der einzige Grund für einen Notarzt. Einige andere Anzeichen dafür, dass Schmerzen in der Brustwand einen Notfall bedeuten, sind:

  • Brustschmerzen mit Fieber
  • Atembeschwerden
  • starke Brustschmerzen nach einem Sturz oder Schlag auf die Brust

Ursachen von Schmerzen in der Brust

Verschiedene Sachverhalte können Schmerzen in der Brustwand verursachen. In den folgenden Abschnitten werden einige davon ausführlicher behandelt.

Muskuloskelettale Verletzungen

Verletzungen der Muskeln oder Knochen des Brustkorbs können Schmerzen in diesem Bereich verursachen. Diese Verletzungen können plötzlich auftreten, z. B. durch einen Sturz oder einen Schlag auf die Brust. Anderenfalls können sie aufgrund einer schlechten Körperhaltung oder einer sitzenden Lebensweise aufkommen. Häufig sind auch akute sportliche Verletzungen ein Grund für diffuse Brustschmerzen. Lesen Sie hier mehr über Sportverletzungen.

Anzeichen dafür, dass es sich um eine Verletzung dieser Art handeln könnte, sind Schmerzen an einer bestimmten Stelle, die durch Druckausübung in diesem Bereich verstärkt werden.

Bei leichten Muskelverletzungen kann der Schmerz ein leichter, intermittierender Schmerz sein. In schwereren Fällen, beispielsweise bei einem Knochenbruch nach einem Sturz oder Schlag, kann der Schmerz intensiv und anhaltend sein.

Angina Pectoris

Angina Pectoris ist eine Art von Brustschmerz, die als Symptomatik einer zugrunde liegenden Herzerkrankung auftritt. Sie tritt auf, wenn der Blutfluss zum Herzen unterbrochen oder stark eingeschränkt ist.

Einige Faktoren, die das Risiko einer Angina erhöhen, sind:

  • ein hohes Alter
  • Übergewicht oder Adipositas
  • körperliche Inaktivität
  • ungesunde Ernährung
  • Diabetes

Die Angina Pectoris verursacht ein Gefühl der Enge in der Mitte der Brust und Kurzatmigkeit. Sie dauert mehrere Minuten an und wird durch Massagen oder tiefes Atmen nicht besser.

Angina kann ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. Deshalb bedarf sie eine medizinische Notfallversorgung.

Kostochondritis

Die Kostochondritis bezieht sich auf eine Entzündung des Knorpels zwischen den Rippen, wo sie mit dem Brustbein verbunden sind. Diese Entzündung kann ein intensives brennendes Gefühl, einen dumpfen Schmerz oder plötzliche Schmerzen in der Brust verursachen. Häufig verschlimmert sich der Schmerz bei Bewegung.

Die Kostochondritis geht normalerweise von alleine weg. Ein Arzt kann entzündungshemmende Schmerzmittel verschreiben, um die Schmerzen zu lindern. Auch kann im Rahmen der Physiotherapie spezielle Lockerungen und Dehnungen vorgenommen werden, um die Schmerzen zu reduzieren.

Asthma

Ein Asthmaanfall kann ebenfalls für Schmerzen oder ein Engegefühl in der Brust verantwortlich sein. Weitere Symptome sind Atemnot, Schwindel- und Engegefühl im Hals.

Eine Asthmadiagnose wird häufig schon in der Kindheit gestellt, kann sich aber auch erst später im Leben entwickeln.

Ein schwerer Asthmaanfall erfordert in der Regel eine medizinische Behandlung. Leichtere Asthmaanfälle sind normalerweise durch einen Inhalator und diverse Atemübungen zu bewältigen.

Andere chronische Erkrankungen

Mehrere chronische Erkrankungen können Brustschmerzen als Nebenwirkung aufweisen. Die Schmerzen können plötzlich auftreten oder sich im Laufe der Zeit langsam entwickeln.

Einige chronische Erkrankungen, die nebenbei Brustschmerzen verursachen können, sind beispielsweise:

  • Arthritis
  • Fibromyalgie
  • Leber- oder Gallenblasenerkrankung

Infektionen

Auch diverse Infektionen können Schmerzen in der Brust verursachen. Beispielsweise kann eine Lungenentzündung Brustschmerzen mit Fieber und Atembeschwerden verursachen.

Auch Infektionen in den Knochen oder Muskeln können Schmerzen hervorrufen. Infektionen müssen in der Regel medizinisch behandelt werden, wobei die Behandlung von der Ursache abhängt. Daher können Brustschmerzen Nachwirkungen von einer überstandenen Bronchitis sein.

Lungenembolie

Eine weitere mögliche Ursache für starke Schmerzen in der Brust ist eine Lungenembolie, bei der ein Blutgerinnsel (meistens verursacht durch eine tiefe Beinvenenthrombose) in die Lunge wandert und Brustbeschwerden sowie Atemnot auslöst.

Eine Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein und muss daher sofort medizinisch behandelt werden.

Diagnose

Leichte Schmerzen können unter Umständen von alleine und ohne ärztliche Behandlung abklingen, wenn keine anderen Symptome vorliegen.

Um die Ursache zu diagnostizieren, kann ein Arzt deshalb:

  • sich nach den Symptomen und der Krankengeschichte der Person erkundigen
  • den Brustkorb untersuchen
  • eine Blutprobe entnehmen
  • Röntgenaufnahmen oder andere bildgebende Verfahren durchführen

Behandlung von Brustschmerzen

Diese Behandlungen zu Hause können zum Beispiel hilfreich sein, wenn eine Notfallversorgung nicht notwendig ist:

  • das Auflegen eines Eisbeutels auf die Brust
  • die Verwendung von Wärmepackungen
  • Massieren des Bereichs
  • sanfte Dehnübungen der brustumliegenden Muskulatur
  • Einnahme von nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten, wie zum Beispiel Ibuprofen

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele Ursachen von Brustschmerzen  kein Grund zur Sorge sind.

Wenn die Schmerzen in der Brust jedoch nicht von allein verschwinden oder sich verschlimmern, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Informieren Sie sich deshalb gründlich über die typischen Symptome eines Herzinfarkts und einer Lungenembolie. Im Zweifelsfall immer auf Nummer Sicher gehen und den Arzt konsultieren.