Achillodynie und Achillessehnenriss

Achillessehnenriss

Ein Achillessehnenriss ist sicherlich der „worst case“ unter den Verletzungen der Achillessehne. Es gibt aber auch durchaus andere  Verletzungen, welche die Achillessehne betreffen können. Vielen ist der Begriff „Achillodynie“ unbekannt. Dieser bezeichnet einen Schmerzzustand der Achillessehne, welcher vor allem bei Nichtbehandlung zu einem Problem werden kann.

Die Achillessehne ist ein faseriges Gewebeband, das die Muskeln der Wade mit Ihrer Ferse verbindet. Die Stärke und Flexibilität dieser Sehne sind sowohl für das Springen und Laufen als auch für das Gehen sehr wichtig. Die Achillessehne ist bei alltäglichen Aktivitäten, aber auch bei Sport- und Freizeitaktivitäten stark beansprucht und belastet.  Wenn sie sich entzündet, anschwillt und gereizt wird, spricht man auch von einer Tendinitis.

Was sind die Ursachen für Achillessehnenverletzungen?

Achillodynie

Eine Achillodynie kann beispielsweise durch Überbeanspruchung oder Beschädigung im Bereich des Ansatzes der Achillessehne an der Ferse verursacht werden. Dies äußert sich oftmals in einer entzündlichen Reaktion der betroffenen Stelle. Akute oder langanhaltende Schmerzen sind das Ergebnis. Der Schmerz kann sowohl auf der Rückseite des Unterschenkels als auch im Bereich der  Ferse auftauchen. Deshalb bemerkt man häufig, dass Teile der Achillessehne aufgrund einer Sehnenentzündung dicker werden, oder sich vielleicht sogar verhärten. Dies kann sich eventuell über einen längeren Zeitraum und bei Weiterbelastung des Fußes verschlimmern. Die Problematik lässt sich abhängig vom Ort der Verletzung in zwei Arten unterscheiden:

Nicht-insertionelle Achillessehnenentzündung

Betreffen den mittleren Teil der Achillessehne und sind durch kleine Risse in den Fasern verursacht. Die äußert sich sowohl in Schmerzen als auch in einer Schwellung des betroffenen Bereichs. Diese Art der Tendinitis betrifft in der Regel insbesondere aktive, jüngere Erwachsene

Insertionelle Achillessehnenentzündung

Diese Verletzung tritt an der Stelle auf, an der die Sehne auf den Fersenknochen trifft. Bei dieser Art von Verletzung bilden sich oft Knochensporne, die ein Knochenwachstum zur Folge haben. Diese Art der Tendinitis kann in jedem Alter auftreten, aber auch bei Menschen, die nicht aktiv sind.

Achillessehnenriss

Die Risse in Ihren Sehnenfasern können einen vollständigen oder teilweisen  oder Riss Ihrer Sehne verursachen. Häufig kommt es bei einem Riss zu einem peitschenartigen Knall, welcher von der Rückseite Ihrer Ferse oder Wade zu kommen scheint. . Dies ist meist ein Zeichen einer Sehnenruptur und benötigt deshalb die sofortige ärztliche Hilfe.

Was sind die Risikofaktoren für eine Achillodynie

Jeder kann eine Achillessehnenverletzung entwickeln. Sie sind oft mit wiederkehrenden Belastungen verbunden. Die häufigsten Risikofaktoren sind:

  • (Zu) Intensives Ausführen einer Sportart
  • Beginn einer neuen Sportart
  • Verspannte Wadenmuskeln zu Beginn einer Übung oder Sportart. Dies kann die Sehne stärker belasten
  • Knochensporne an der Ferse, welche an der Sehne reiben können
  • Tragen der falschen Schuhe beim Training
  • Training auf einer unebenen Oberfläche
  • Langezeitige Antibiotika- oder Cortisonbehandlung

Was sind die Symptome einer Achillessehnenverletzung?

Häufige Symptome von Sehnenverletzungen sind:

  • Schmerzen auf der Rückseite Ihres Beins oder aber auch in der Nähe Ihrer Ferse.
  • Schmerzen, die schlimmer werden wenn Sie aktiv sind.
  • Eine steife, schmerzende Achillessehne beim ersten Aufstehen
  • Achillessehnenschmerzen direkt nach dem Training
  • Schwellungen verbunden mit Schmerzen welche bei Aktivität schlimmer werden
  • Verdickung der Sehne oder Knochensporne am Fersenbein
  • Schwierigkeit, den betroffenen Fuß zu beugen
  • Ein „Pop“-Geräusch und plötzlicher scharfer Schmerz, was auf eine gerissene Sehne hindeutet

Wie wird eine Achillessehnenverletzung und ein Achillessehnenriss diagnostiziert?

Eine Verletzung der Achillessehne kann sowohl Schmerzen auf der Rückseite des Beines als auch in der Nähe der Ferse verursachen. Deshalb kann eine Achillessehnenverletzung vom medizinischen Personal unglücklicherweise als verstauchter Knöchel fehldiagnostiziert werden. Es ist wichtig, die richtige Diagnose zu erhalten um somit die korrekte Behandlung zu gewährleisten. Mehrere wiederholende Verletzungen können dazu führen, dass Ihre Achillessehne schmerzt oder sogar gar nicht mehr belastbar ist.

Um Ihren Zustand zu diagnostizieren, berücksichtigt der Arzt Folgendes:

  • Eine körperliche Untersuchung Ihrer Achillessehne, um eventuelle Knochensporne, Schmerzen, oder auch Schwellungen festzustellen
  • Ein Test des Bewegungsumfangs Ihres Sprunggelenks
  • Bildgebende Untersuchungen, wie Röntgen oder Magnetresonanztomographie (MRT). Ein Röntgenbild zeigt insbesondere Knochen an und kann darstellen, ob die Sehne entweder verkalkt oder verhärtet ist. Auch Knochensporne können in einem Röntgenbild erkannt werden.

Wie wird die Achillodynie oder ein Achillessehnenriss behandelt?

Darüber hinaus hängt die Behandlung im Wesentlichen davon ab, wie stark Ihre Sehne verletzt ist. Die Therapie kann beispielsweise Folgendes umfassen:

  • Ruhe
  • Eis (hier gilt es auch die PECH-Regel zu beachten!)
  • Nichtsteroidale Antirheumatika
  • Gezielte Übungen zur Stärkung der Wadenmuskulatur
  • Physikalische Therapie wie zum Beispiel Kältetherapie
  • Eine Reihe von Übungen, die Ihre Wadenmuskeln stärken, um somit die Sehne zu entlasten (exzentrisches Krafttraining)
  • Belastungsarme Übungsalternativen, zum Beispiel Schwimmen
  • Absatzerhöhungen in Schuhen, orthopädischen Schuhen, Gipsschiene oder aber auch einen Gehstiefel
  • Stoßwellentherapie: Hochenergetische Stoßwellenimpulse helfen zusätzlich, den Heilungsprozess im geschädigten Sehnengewebe anzuregen und somit die Heilung zu unterstützen.

Wenn dies nicht funktioniert oder aber die Verletzung schwerer Natur ist, kann auch eine Operation in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus hängt die Art der Operation sowohl von der Lage als auch dem Ausmaß der Schädigung der Sehne  ab. Zu nennen sind hier zum Beispiel der Schweregrad der Sehnenentzündung. Einige der oft verwendeten chirurgischen Verfahren sind:

  • Operation zur Verlängerung der Wadenmuskeln (dies wird Gastrocnemius-Rezession genannt)
  • Debridement-Operation, um beschädigtes Sehnengewebe oder Knochensporne zu entfernen und die Sehne zu reparieren
  • Operation zur Entfernung des beschädigten Sehnengewebes, Reparatur der verbleibenden Sehne und Verstärkung durch Verlagerung einer anderen Sehne zum Fersenbein

Welche Komplikationen gibt es bei Achillessehnenverletzungen?

Zu den Komplikationen einer Achillessehnenverletzung können gehören:

  • Starke Schmerzen
  • Schwierigkeiten beim Gehen oder bei sportlichen Aktivitäten
  • Verformung des Sehnenansatzes oder des Fersenbeins
  • Riss der Sehne durch erneutes Verletzen

Wichtige Punkte über den Achillessehnenriss und die Achillodynie

  • Ihre Achillessehne kann eine Achillodynie entwickeln. Dies ist der Fall, wenn sie sich entzündet, anschwillt und auch gereizt wird.
  • Die Achillessehne kann auch reißen , was sich durchaus wie ein „Knall“ anhören kann, der von der Rückseite Ihrer Ferse oder Wade zu kommen scheint. Dies erfordert sofortige ärztliche Hilfe!
  • Jeder kann sich eine Achillessehnenverletzung zuziehen. Sie ist oft mit einer wiederholten, wiederkehrenden und eintönigen Belastung der Sehne verbunden.
  • Achillessehnenverletzungen verursachen oft sowohl Schmerzen und Steifheit als auch Schwellungen an der Rückseite des Beins in der Nähe der Ferse.
  • Achillessehnenverletzungen können mit Ruhe und Medikamenten behandelt werden, um die Entzündung zu lindern. Oft helfen auch bestimmte Übungen. Falls erforderlich, kann die Sehne jedoch auch durch eine Operation repariert werden.
  • Sie können diesen Verletzungen vorbeugen, indem Sie beispielsweise Ihre Aktivität langsam steigern, die richtigen Sportschuhe tragen und nicht auf unebenen Oberflächen trainieren.