Studie: Kinesio vs. Dynamic Tape – Auswirkungen auf plantar biomechanische Parameter

Kinesio vs. Dynamic Tape

 

Autoren: Hossein Khorshidi, Zahra Raeisi, Ali Yalfani

Veröffentlicht: DOI:10.1016/j.gaitpost.2025.02.017

Datum: Februar 2025

Zielsetzung

Untersuchung der unmittelbaren Effekte von Kinesio Tape (KT) und Dynamic Tape (DT) – jeweils appliziert mittels der modifizierten Low-Dye-Taping-Technik – auf die plantare Druckverteilung und die posturale Stabilität bei Männern mit Pes planus (Plattfüßen) in prä- und post-fatigue Phasen.

Fragestellung

Bestimmung, welche Taping-Methode die mediale Fußgewölbestützung am effektivsten unterstützt, die Haltungssteuerung aufrechterhält und ihre Wirksamkeit unter Ermüdungsbedingungen beibehält.

Methodik

35 männliche Probanden mit flexiblem Plattfuß.

Jeder Proband wurde unter drei Bedingungen getestet: ohne Tape (WT), Kinesio Tape (KT) und Dynamic Tape (DT).

Plantardruck und Schwankungen des Druckmittelpunkts (Center of Pressure, CoP) wurden prä- und post-fatigue mittels Pedoscan erfasst.

Tape-Anwendung: modifizierte Low-Dye-Technik.

Ermüdung wurde durch Plantarflexion/Dorsalflexion sowie Fersenheben induziert.

Ergebnisse

Vor Ermüdung: Sowohl KT als auch DT reduzierten den medialen Druck und erhöhten den lateralen Druck.

Nach Ermüdung: Nur Dynamic Tape zeigte eine Aufrechterhaltung dieser Effekte.

DT wies signifikant geringere posteriorale und laterale CoP-Schwankungen post-fatigue auf im Vergleich zu KT und WT (p < 0,001).

KT verlor seine Wirksamkeit nach Ermüdung, während DT die korrigierende Wirkung beibehielt.

Schlussfolgerung & Kommentare

Die Anwendung von Dynamic Tape mittels der Low-Dye-Technik erweist sich als wirksamer als Kinesio Tape hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Fußgewölbestützung und der posturalen Stabilität, insbesondere nach Ermüdung. Die überlegene elastische Rückstellkraft, die multidirektionale Dehnbarkeit sowie der langlebige Klebstoff des DT tragen vermutlich zu dessen anhaltender Wirkung bei.
Dynamic Tape stellt daher eine vielversprechende Option zur Therapie von Pes planus und damit verbundenen muskuloskelettalen Beschwerden dar.
Zukünftige Studien sollten Langzeitergebnisse sowie die Wirksamkeit bei weiblichen Populationen evaluieren.

Studienlink: Elsevier

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