Tendinitis – Ursachen und Behandlung

Die Tendinitis, auch bekannt als Tendonitis, ist die Entzündung einer Sehne. Eine solche tritt auf, wenn eine Sehne überbeansprucht oder verletzt wird. Dies ist häufig beim Sport oder bei anderen, sich häufig wiederholenden Bewegung der Fall. Normalerweise geht eine Überlastungssymptomatik mit einer Sehnenentzündung einher.

Die Tendinitis betrifft oft den Ellenbogen, das Handgelenk, die Ferse, den Finger, den Oberschenkel und andere Körperteile.

Eine Tendinitis kann in jedem Alter auftreten, ist aber bei Erwachsenen, die viel Sport treiben am häufigsten. Ältere Menschen sind ebenfalls anfällig, da die Sehnen dazu neigen, an Elastizität zu verlieren und mit dem Alter schwächer zu werden.

Die Tendinose hat ähnliche Symptome wie die Tendinits, beschreibt allerdings eine Sehnenentzündung im chronischen oder langfristigen Zustand, wogegen die Tendinitis eine akute Verletzung darstellt.

Was ist eine Tendinitis?

Eine Tendinitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehne, die oft durch Überbeanspruchung entsteht.

Eine Sehne ist ein Gewebe, welches den Muskel am Knochen befestigt. Sie ist flexibel, zäh und faserig und überträgt die Spannungen und Kräfte der Muskeln auf den Knochen.

Arten der Tendinitis

Verschiedene Arten der Sehnenentzündung betreffen unterschiedliche Körperteile.

Achillessehnen-Entzündung

Die Achillessehne befindet sich zwischen der Ferse und dem Wadenmuskel und stellt die dickste Sehne im menschlichen Körper dar. Die Achillessehnenentzündung ist eine häufige Sportverletzung und tritt vor allem bei Sportarten auf, bei denen viel gerannt und/oder viel gesprungen wird.

Supraspinatus-Tendinitis

Bei einer Supraspinatus-Tendinitis ist die Supraspinatussehne betroffen. Diese ist eine von vier Muskeln der Rotatorenmanschette und für die Stabilität und Beweglichkeit des Schultergelenks verantwortlich.

Bei einer Entzündung kann es zum Anschwellen der Sehnen kommen und schlimmstenfalls in einem Impingementsyndrom enden.

Tennis- oder Golfer-Ellenbogen

Im medizinischen als „laterale Epicondylitis“ bekannt, heißt die Entzündung am Ansatz des Ellenbogens umgangssprachlich Tennisellenbogen. Dieser macht sich vor allem durch Schmerzen der Sehnen zwischen Ellenbogen und Handgelenk bemerkbar und tritt, wie der Name schon suggeriert, häufig bei Schlagsportarten auf. Nichtsdestotrotz sind Mechaniker, Handwerker und andere Berufsgruppen, die mit ihren Händen arbeiten häufig davon betroffen.

Sehnenscheidenentzündung des Handgelenks

Die Sehnenscheidenentzündung trifft vor allem Personengruppen, die immer wieder die gleiche Bewegung mit dem Handgelenk ausführen. Vor allem Handwerker, Kassierer oder Maler & Lackierer leiden häufig an einer Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk. Auch bei Sportlern ist diese Sehnenentzündung eine häufige Problematik. Tennis- und Badmintonspieler, Bowler und auch Handballer haben oft schon die schmerzhafte Erfahrung einer Sehnenscheidenentzündung machen müssen.

Symptome

Die Symptome treten dort auf, wo die Sehne an einem Knochen ansetzt.

Sie umfassen vor allem:

  • Schmerzen, die sich bei Bewegung verschlimmern
  • ein Gefühl, dass die Sehne bei Bewegung knackt oder knirscht
  • Schwellung, Hitze und Rötung im Bereich der Entzündung
  • eine Beule, welche sich entlang der Sehne bilde

Die Symptome können von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen oder Monaten andauern.

Ursachen und Risikofaktoren

Häufige Ursachen sind besipielsweise :

  • plötzliche Verletzung
  • häufige Wiederholungen einer Bewegung im Laufe der Zeit

Eine Tendinitis entwickelt sich oft bei Menschen, deren Beruf oder Hobbys repetitive Bewegungen beinhalten, da dies die Sehnen verschlimmert.

Andere Risikofaktoren sind:

Alter: Sehnen werden mit dem Alter weniger flexibel und daher anfälliger für Verletzungen.

Beruf: Eine Person, deren Job sich ständig wiederholende Bewegungen, ungünstige Positionen, häufige Überkopfarbeiten, Vibrationen und starke Anstrengung beinhaltet, besitzt ein höheres Risiko für eine Sehnenentzündung.

Sport: Sportarten, mit repetitiven Schlag- bzw. Armbewegungen, können zu Tendinitis führen. Darunter fallen unter anderem Laufen, Tennis, Schwimmen, Basketball, Golf, Bowling und Handball.

Einige Gesundheitszustände: Menschen mit Diabetes und rheumatoider Arthritis haben ein höheres Risiko, eine Tendinitis zu entwickeln.

Wenn die Schmerzen plötzlich schlimmer werden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose

Normalerweise führt ein Arzt eine Anamnese durch, um den Hergang der Verletzung besser verstehen zu können. Anschließend wird eine Funktionsüberprüfung der betroffenen Partie durchgeführt, um Kraft- und Schmerzverhalten des Bereichs feststellen zu können. Ein schmerzhaft eingeschränkter Bewegungsradius und das Bestehen eines Druckschmerzes im Bereich des Muskelsehnenübergangs kann oftmals auf eine Tendinitis deuten. Bei Verdacht auf andere Symptomatiken kann ein bildgebendes Verfahren eingeleitet werden.

Eine Röntgenaufnahme kann Kalkablagerungen um die Sehne herum aufzeigen. Andere bildgebende Untersuchungen, wie Ultraschall oder MRT, können eine Schwellung der Sehnenscheide aber auch weitere Weichteilverletzungen aufzeigen.

Behandlung

Die Behandlung zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu reduzieren.

In vielen Fällen reicht deshalb folgendes aus:

  • Ruhigstellung des Gelenks
  • Kältebehandlung (je nach Symptomatik)
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen, die rezeptfrei oder online erhältlich sind
  • Schienung des betroffenen Gelenks

Ruhe

Ruhe lässt die Entzündung abklingen. Wenn die Tendinitis durch eine sportliche Aktivität ausgelöst wurde, ist eine Pausierung unbedingt notwendig.

Eine Bandage, Schiene oder Orthese kann helfen, die Bewegung zu reduzieren. In schweren Fällen kann jedoch eine Ruhepause im Gips erforderlich sein.

In den Schmerz belasten kann zu Komplikationen führen und ist daher nicht empfehlenswert!!!

Kälte

Ein Eisbeutel kann Schmerzen und Schwellungen im betroffenen Bereich lindern. Hier kann nach der PECH Regel gehandelt werden.

Die Anwendung von Eis innerhalb von 48 Stunden nach der Verletzung kann die Entzündung reduzieren und vor allem Schmerzen lindern.

Eis kann ein- bis zweimal täglich für 10 bis 15 Minuten aufgelegt werden.

Es ist wichtig, dass Sie das Eis nicht direkt auf die Haut auftragen. Wickeln Sie das Eis Pack in ein dünnes Handtuch bevor sie es auf die betroffene Stelle anwenden.

Eine Optimale Behandlung für dieses Krankheitsbild bietet unsere Power Play Kälte- und Kompressionstherapie.

Freiverkäufliche Medikamente

Ibuprofen und andere nicht-steroidale Antirheumatika (NSARs) haben sich als effektiv und schmerzlindernd bei Sehnenschmerzen erwiesen.

Kortikosteroid-Injektionen

Rund um die Sehne können Entzündungshemmende Injektionen helfen, die Symptome zu lindern. Allerdings können wiederholte Injektionen die Sehne schwächen, was das Risiko eines Risses deutlich erhöht.

Physikalische Therapie

Das Manipulieren und Massieren des betroffenen Bereichs kann unter anderem Linderung verschaffen und den Heilungsprozess beschleunigen.

Dehnung und Bewegung

Der Physiotherapeut kann auch spezifische Übungen empfehlen, um die betroffene Sehne und den Muskel zu dehnen beziehungsweise zu stärken.

Stoßwellentherapie oder Operation

Wenn die Tendinitis anhält und es Kalkablagerungen um die Sehne herum gibt, kann ebenfalls die extrakorporale Stoßwellentherapie helfen. Dabei wird eine Stoßwelle durch die Haut geleitet, die die Kalkablagerungen aufbricht. Die Ablagerungen können, falls dies nicht gelingt, auch chirurgisch entfernt werden.

Ohne angemessene Behandlung kann eine Tendinitis leichter zu einer Sehnenruptur führen. Dies ist ein ernsterer Zustand, der möglicherweise eine Operation erfordert.

Vorbeugung

Eine Sehnenentzündung ist präventiv gut zu vermeiden, wenn man einige der folgenden Strategien anwendet.

Bewegung: Muskelkräftigung, die darauf abzielen, die Muskeln um die Sehne herum zu stärken, können dazu beitragen, dass eine Tendinitis vermieden wird. Es ist wichtig, für Kräftigungs- und Dehnungsübungen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, z. B. bei einem Physiotherapeuten.

Dehnen: Bei sportlicher Betätigung ist es wichtig, sich richtig aufzuwärmen. Dehnungen nach dem Sport können ebenfalls dazu beitragen, die Entstehung einer Tendinitis zu verhindern.

Sich wiederholende Bewegungen: Diese können das Risiko der Entwicklung oder des Wiederauftretens einer Tendinitis deutlich erhöhen. Das Vermeiden von repetitiven Bewegungen oder das Einlegen von Pausen hilft, das Risiko zu verringern.

Es ist auch ratsam, nicht zu lange in einer Position zu verharren, vor allem, wenn sie sich unangenehm anfühlt. Es ist besser, die Tätigkeit zu wechseln oder sich auszuruhen und später darauf zurückzukommen.

Eine Komplikation einer Tendinitis ist zum Beispiel die Ruptur der betroffenen Sehne. Am häufigsten davon ist die Achillessehne betroffen. Eine Ruptur oder ein Riss erfordert meist eine Operation.

Schnelle Fakten zur Tendinitis:

  • Eine Sehnenentzündung tritt normalerweise auf, wenn die Sehnen durch Überbeanspruchung oder Verletzungen belastet werden.
  • Übliche Bezeichnung sind Achillessehnenentzündung, Tennisarm aber auch Springerknie.
  • Die Behandlung umfasst Ruhe, Eisbehandlung sowie rezeptfreie Schmerzmittel.
  • Ohne Behandlung kann es zu einer Ruptur kommen, die möglicherweise eine Operation erfordert.