Das Syndesmoseband – Verletzung & Behandlung

Das Syndesmoseband ist ein relativ unbekanntes dennoch essenzielles Band in Ihrem Fußgelenk. Es übernimmt eine wichtige Rolle in Sachen Stabilität und ist maßgeblich an der Bewegung des Sprunggelenks beteiligt. Meist ist es unauffällig und ist weniger häufig an Verletzungen beteiligt, da die meisten Knöchelverstauchungen und -frakturen das Syndesmoseband nicht betreffen. Ebenso ist das Syndesmoseband auch selten von einer Entzündung betroffen. Falls doch, sind die Symptome bei Verletzung der Syndesmose schwerwiegender und der Heilungsverlauf beschwerlicher.

Was ist das Syndesmoseband?

Die Syndesmose ist ein faseriges Gelenk, das durch Bänder zusammengehalten wird. Es befindet sich in der Nähe des Sprunggelenks, zwischen dem Schienbein (Tibia) und dem äußeren Wadenknochen (Fibula). Deshalb wird es auch als distale Tibiofibularsyndesmose bezeichnet.

Die Syndesmose besteht aus mehreren Bändern. Die wichtigsten sind:

  • vorderes inferiores tibiofibuläres Ligamentum
  • hinteres inferiores tibiofibuläres Band
  • Ligamentum interossea
  • Ligamentum tibiofibularis transversum (Unterschenkelband)

Die Syndesmose fungiert als Stoßdämpfer und bietet Stabilität sowie Halt für Ihr Sprunggelenk. Seine Hauptaufgabe ist es, das Schien- und Wadenbein auszurichten und sie daran zu hindern, sich zu weit auseinander zu spreizen.

Was sind die häufigsten Syndesmoseverletzungen?

Die Syndesmoseverletzungen ist primär im Sport anzutreffen. Während Syndesmoseverletzungen nur etwa 1 bis 18 Prozent aller Knöchelverstauchungen ausmachen, liegt die Häufigkeit bei Sportlern bei 12 bis 32 Prozent.

Das klassische Szenario für eine Syndesmoseverletzung ist:

Der Fuß steht fest auf dem Boden, während das Bein nach innen rotiert. Dies führt zu einer Außenrotation des Talus, einem Knochen im unteren Teil des Sprunggelenks, oberhalb des Fersenbeins. Unter diesen Umständen kann das Syndesmoseband reißen, wodurch sich Schien- und Wadenbein auseinander bewegen.

Die Verletzung des Syndesmosebandes nennt man auch Verstauchung des oberen Sprunggelenks. Die Schwere der Verstauchung hängt vom Ausmaß des Risses ab.

Diese Art von Verletzung ist in der Regel mit großen Krafteinwirkungen verbunden, so dass sie oft von Verletzungen anderer Bänder, Sehnen oder Knochen begleitet wird. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Syndesmoseverstauchung mit einer oder mehreren Knochenfrakturen einhergeht.

Was sind die Symptome einer Syndesmoseverletzung?

Syndesmoseverletzungen haben in der Regel keinen signifikanten Bluterguss und schwellen nicht so stark an wie andere Verstauchungen des Knöchels. Das könnte Sie zu der Annahme verleiten, dass die Verletzung nur geringfügig ist. Die häufigsten Begleitsymptome sind:

  • Druckschmerz oberhalb des Knöchels, möglicherweise ausstrahlend in das Bein
  • Schmerzen, die beim Gehen zunehmen
  • Schmerzen beim Drehen oder Beugen des Fußes
  • Schwierigkeiten, die Wade anzuheben
  • Unfähigkeit, Ihr volles Gewicht auf das Bein zu legen

Die Symptome können je nach Schweregrad der Verletzung variieren. 

Was kann diese Verletzungen verursachen?

Da der Verletzungsmechanismus, wie oben schon beschrieben, eine Fixierung des Fußes mit gleichzeitiger Rotation des Beins beinhaltet, sind vor Allem Ballsportarten prädestiniert für eine Verletzung des Syndesmosebands. Vor allem bei Rasensportarten, bei denen Stollenschuhe getragen werden ist das Risiko besonders groß, dass der Fuß fest im Rasen steht, während der Oberkörper und somit das Bein in eine Richtung rotiert. Die Sportarten, welche die meisten Syndesmoseverletzungen verzeichnen sind:

  • Fußball
  • Rugby
  • Skifahren
  • Hockey

Wie wird die Syndesmoseverletzung diagnostiziert?

Die Diagnose von Syndesmosebandverletzungen ist nicht ganz einfach. Zunächst wird der Unfallhergang besprochen, um im Rahmen einer Anamnese die Verletzung zu besprechen.

Anschließend folgt eine Inspektion, in dem die Bewegung getestet wird. Auch eine Palpation, also eine Druckuntersuchung des Arztes kann Hinweise auf die Art der Verletzung geben.

Wenn der Arzt eine Verletzung der Strukturen vermutet, wird meistens ein Röntgenbild angefordert.

In manchen Fällen reicht ein Röntgenbild nicht aus, um das gesamte Ausmaß einer Syndesmosebandverletzung zu erkennen. Andere bildgebende Untersuchungen, wie CT oder MRT, können helfen, Risse und Verletzungen von Bändern und Sehnen zu erkennen. 

Wie werden diese Verletzungen behandelt?

Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagerung (PECH Regel) sind die ersten Schritte nach einer Knöchelverletzung. Hier geht es zu unserer Powerplay Kälte- und Kompressionstherapie, welche eine super Versorgung von Muskel- und Bänderverletzungen bietet.

Danach hängt die Behandlung von dem Ausmaß der Verletzung ab. Ist kein Riss der Syndesmose zu erkennen, kann die Therapie konservativ, also nicht chirurgisch erfolgen.

Die Genesungszeit nach einer Syndesmoseverstauchung kann doppelt so lange dauern wie die Genesung von anderen Knöchelverstauchungen. Unbehandelte Syndesmoseverletzungen können sogar zu chronischer Instabilität und degenerativer Arthritis im Sprunggelenk führen.

PECH Behandlung bei kleineren Verletzungen

Bei einer relativ leichten Verletzung ist die Stabilität des Sprunggelenks nur minimal eingeschränkt. Wenn dies der Fall ist und das Syndesmoseband nur leicht betroffen, also verstaucht ist, muss die Verletzung möglicherweise nicht operativ behandelt werden. Das PECH Prinzip kann ausreichend sein.

Ein größerer Riss des Bandes hingegen lässt Schien- und Wadenbein bei Bewegungen zu weit auseinanderklaffen. Dadurch wird Ihr Knöchel instabil und schmerzt bei Belastung und Bewegung.

Chirurgische Reparatur bei schwerwiegenderen Verletzungen

Instabile Verstauchungen und Risse des Syndesmosebandes müssen typischerweise chirurgisch repariert werden. Häufig ist das Einsetzen einer Schraube, eine sogenannte Osteosynthese zwischen Schien- und Wadenbein das Mittel der Wahl. Dies sorgt dafür, dass die Knochen in Position gehalten und der Druck auf die Bänder verringert wird.

Die Rehabilitation bei einer Syndesmoseverletzung

Typscherweise verschreibt der Chirurg nach einer OP einen Entlastungsstiefel und Unterarmgehstützen, um das operierte Gewebe zu entlasten.

Unabhängig davon, ob eine Operation notwendig ist oder nicht, folgt auf eine schwere Syndesmoseverstauchung in der Regel die Physiotherapie. Der Schwerpunkt der Therapie liegt auf der Schmerzlinderung, Verbesserung der Bewegung und Kräftigung der umliegenden Muskulatur, um das Gelenk zu stabilisieren. Außerdem liegt ein Fokus auf einem propriozeptiven Training des Sprunggelenks. 

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Eine Fehldiagnose oder eine unzureichende Behandlung kann zu einer langfristigen Instabilität des Knöchels und einer degenerativen Arthrose im Sprunggelenk führen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Sie starke Schmerzen und Schwellungen haben
  • es eine sichtbare Anomalie gibt
  • es Anzeichen für eine Infektion gibt, einschließlich Fieber und Rötung
  • Sie Ihren Knöchel nicht genug belasten können, um zu stehen
  • die Symptome immer schlimmer werden

Bei Sportler, die während eines Spiels einen Schlag auf das Sprunggelenk bekommen, kann das Ignorieren der Schmerzen die Situation verschlimmern. Es ist in Ihrem besten Interesse, Ihren Knöchel untersuchen zu lassen, bevor Sie wieder ins Spiel einsteigen.

Des Öfteren kursieren im Internet Texte über eine Syndesmoseband Entzündung. Grundsätzlich kann sich jedes Band im Körper aufgrund einer Über- oder Fehlbelastung entzünden. Da im Sprunggelenk jedoch die einwirkenden Kräfte vorerst über die Kollateralbänder aufgenommen werden, ist das Syndesmoseband selten von einer Entzündung betroffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Syndesmoseband stützt Ihren Knöchel. Eine Syndesmoseverletzung ist im Allgemeinen schwerwiegender als andere Knöchelverletzungen. Ohne richtige Behandlung kann sie zu langfristigen Problemen führen
  • Es gibt wirksame Behandlungen, die Sie innerhalb weniger Monate wieder auf die Beine bringen können, aber der erste Schritt ist die richtige Diagnose
  • Wenn Ihre Knöchelverletzung nicht wie erwartet heilt suchen Sie einen Arzt auf, um Weiteres abzuklären
  • Eine Syndesmoseband Entzündung kommt nur sehr selten vor und ist in der Regel kein typisches Krankheitsbild der Syndesmose