Fibromyalgie Symptome, Diagnose und Behandlung

Fibromyalgie ist ein häufiges chronisch auftretendes Syndrom, welches körperliche Schmerzen und psychische Beschwerden verursacht. Fibromyalgie Symptome können mit denen von Arthritis (Gelenkentzündungen) verwechselt werden. Im Gegensatz zur Arthritis sind jedoch keine Gelenk- oder Muskelentzündungen nachweisbar. Sie wird als rheumatische Erkrankung angesehen, somit verursacht sie Weichteilschmerzen und/oder myofasziale Schmerzen. Unseren Artikel zum myofaszialen Schmerzsyndrom findet ihr hier.

Fibromyalgie Symptome 

Fibromyalgie kann zu, am ganzen Körper auftauchende Schmerzen, Schlafproblemen und anderen Symptomen führen.

Häufige Symptome sind:

  • weit verbreitete Schmerzen
  • Kieferschmerzen
  • Schmerzen und Müdigkeit in den Gesichtsmuskeln und dem angrenzenden fibrösen Gewebe
  • steife Gelenke und Muskeln am Morgen
  • Kopfschmerzen
  • Unregelmäßige Schlafmuster
  • Reizdarmsyndrom
  • Schmerzhafte Menstruationsblutungen
  • Kribbeln und Taubheit in den Händen und Füßen
  • Syndrom der ruhelosen Beine (Restless leg syndrom)
  • Empfindlichkeit gegenüber Kälte oder Hitze
  • Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, bekannt als „Fibro-Nebel“
  • Müdigkeit

Folgende Symptomatiken sind ebenfalls möglich:

  • Leichte Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Becken- und Urinprobleme
  • Gewichtszunahme
  • Schwindel
  • Erkältung oder grippeähnliche Symptome
  • Hautprobleme
  • Symptome in der Brust
  • Depression und Angstzustände
  • Atemprobleme

Von den betroffenen Personen sind 80-90% Frauen. Als typisches Alter der erstmals auftretenden Symptome wird in der Fachliteratur das 45. Lebensjahr genannt.

Behandlung 

Etwa 20 Prozent der Menschen mit Fibromyalgie versuchen innerhalb der ersten 2 Jahre ihre Symptome mit Akupunktur zu bekämpfen. Dies ist nicht immer die Lösung des Problems.

Da die Fibromyalgie schwer zu diagnostizieren geschweige denn zu therapieren ist, ist ärztliche Hilfe erforderlich. Es handelt sich um ein Syndrom, somit treten bei jedem Patienten andere Symptome auf. Eine individuelle Behandlung ist daher unerlässlich.

Die Behandlung kann folgende Maßnahmen umfassen:

  • ein aktives Übungsprogramm
  • Akupunktur
  • Psychotherapie
  • Verhaltensänderungstherapie
  • chiropraktische Behandlung
  • Massage
  • physikalische Therapie
  • niedrig dosierte Antidepressiva, auch wenn diese nicht zur Erstbehandlung gehören

Bewegung während der Fibromyalgie

Eine Kombination aus aerobem Training und Krafttraining wurde bei einigen Patienten mit einer Verringerung von Schmerzen, Steifheit der Gelenke und Verbesserung der Schlafstörungen in Verbindung gebracht.

Wenn Bewegung bei Ihren Symptomen erste Erfolge zeigt, ist ein konsequentes Training höchste Priorität, um Fortschritte zu erzielen. Daher kann das Training mit einem Partner oder Personal Trainer helfen, ein optimales Trainingsprogramm beizubehalten.

Akupunktur

Eine komplementäre Behandlung bei Fibromyalgie kann die Akupunktur darstellen. Einige Patienten haben nach Beginn einer Akupunkturbehandlung bei Fibromyalgie eine Verbesserung ihrer Lebensqualität verspürt. Die Anzahl der erforderlichen Sitzungen hängt aber von den Symptomen und deren Schweregrad ab.

Eine Studie ergab, dass 1 von 5 Menschen mit dem Fibromyalgie Syndrom innerhalb von 2 Jahren nach der Diagnose Akupunktur in Anspruch nehmen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sie Schmerzen und Steifheit verbessern kann. Sie fordern jedoch weitere Studien.

Verhaltensmodifikationstherapie

Die Verhaltensmodifikationstherapie ist eine Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, negative, stress- oder schmerzverstärkende Verhaltensweisen zu reduzieren und positive, achtsame Verhaltensweisen zu verbessern. Sie beinhaltet das Erlernen neuer Bewältigungsfähigkeiten und Entspannungsübungen.

Ursachen für Fibromyalgie 

Die genaue Ursache der Fibromyalgie ist unklar. Die gegenwärtigen Überlegungen in der Rheumatologie deuten jedoch darauf hin, dass es sich bei der Fibromyalgie um ein Problem mit der zentralen Schmerzverarbeitung im Gehirn handelt, bei dem es zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit oder -wahrnehmung gegenüber einem bestimmten Auslöser (Reiz) kommen kann.

Es gibt eine Reihe von wahrscheinlichen Risikofaktoren, darunter:

  • ein stressiges, traumatisches körperliches oder emotionales Ereignis, wie z. B. ein Autounfall, sich wiederholende Verletzungen, dauerhafter Stress oder Ärger
  • rheumatoide Arthritis oder andere Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Lupus
  • Probleme mit dem zentralen Nervensystem (ZNS)
  • Fibromyalgie kann erblich bedingt sein. Frauen, die einen nahen Verwandten mit Fibromyalgie haben, besitzen ein höheres Risiko, selbst an Fibromyalgie zu erkranken.

Menschen mit rheumatoider Arthritis, Lupus oder Spondylitis ankylosans haben ein höheres Risiko, an Fibromyalgie zu erkranken. Das Gleiche gilt für Patienten mit anderen rheumatischen Erkrankungen.

Diagnose der Fibromyalgie  

Es kann einige Zeit dauern, bis die Diagnose Fibromyalgie gesichert ist, da die Symptome denen anderer Erkrankungen, z. B. einer Schilddrüsenunterfunktion ähneln. Diese Erkrankungen müssen zunächst ausgeschlossen werden, bevor die Diagnose Fibromyalgie gestellt werden kann.

Es gibt keine Labortests für die Erkrankung, was den Prozess der Diagnosestellung weiter verzögert.

Allgemein gelten drei Kriterien als Leitsymptome für die Diagnose der Fibromyalgie:

  • Schmerzen und Symptome in der vorangegangenen Woche an 19 identifizierten Körperteilen, plus ein gewisses Maß an Müdigkeit, unbefriedigendem Schlaf oder kognitiven Problemen
  • Symptome, die seit mindestens 3 Monaten anhalten
  • kein Vorhandensein eines anderen Gesundheitsproblems, das die Symptome erklären würde
  • Früher wurden „Tender Points bzw. Triggerpunkte“ zur Diagnose der Erkrankung herangezogen. Diese werden jedoch nicht mehr für die Diagnosestellung der Fibromyalgie empfohlen.

Ernährung bei Fibromyalgie 

Zur Verbesserung der Symptome des Fibromyalgie Syndrom wurden diätetische Maßnahmen vorgeschlagen.

Dazu gehören beispielsweise:

Energiereiche Lebensmittel, die wenig Zucker enthalten: Lebensmittel wie Mandeln, Bohnen, Haferflocken, Avocado und Tofu enthalten viele Ballaststoffe, aber keinen zugesetzten Zucker. Diese können helfen, den ganzen Tag über Energie zu tanken und so die Müdigkeitssymptome zu verbessern, die als Folge der Erkrankung auftreten.

Vermeiden Sie Lebensmittel, die Gluten enthalten: Eine Studie aus dem Jahr 2014 hat nahegelegt, dass eine Glutensensitivität zu Fibromyalgie beitragen kann. Die Studie zeigte ebenso, dass das Entfernen von glutenhaltigen Lebensmitteln aus der Ernährung die Schmerzen reduzieren kann. Generell tragen glutenhaltige Lebensmittel zu Entzündungsprozessen bei.

Verzicht auf Zusatzstoffe: Ein Bericht zeigte, dass der Verzicht auf Zusatzstoffe wie Aspartam und Mononatriumglutamat die Schmerzsymptome deutlich reduzieren kann. Es wurde auch gezeigt, dass die Schmerzen der Probanden schlimmer wurden, sobald diese Zusatzstoffe wieder in die Ernährung aufgenommen wurden.

Das Integrieren einer ausgewogenen Ernährung ist wichtig für die anhaltende Gesundheit und kann Ihre Lebensqualität dauerhaft verbessern. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sowohl an Fibromyalgie als auch an Übergewicht leiden, eine Verbesserung der Lebensqualität und der Schmerzsymptome erreichten, sobald sie Gewicht verloren. Tipps zur Sporternährung bekommt Ihr hier.

Die Auswirkungen der Ernährung auf die Fibromyalgie müssen noch weiter erforscht werden, aber eine zucker- und glutenarme Ernährung ist ein guter Ansatzpunkt.

Tenderpoints / Triggerpunkte 

Wenn Sie sich über Fibromyalgie informieren, sind Sie vielleicht schon auf den Begriff „Tender Points“ gestoßen.

Tenderpoints (oder Triggerpunkte) sind bestimmte Punkte im Körper, in denen die Fibromyalgie angeblich die meisten Schmerzen verursacht. Diese sind vor allem am Hinterkopf, an der Innenseite der Knie und an der Außenseite der Ellbogen anzutreffen. Auch im Nacken und in den Schultern, in den äußeren Hüften und im oberen Brustbereich können die Schmerzen durch Triggerpunkte besonders stark sein.

Früher diagnostizierten Ärzte das Fibromyalgie Syndrom anhand der Schmerzempfindlichkeit dieser Punkte. Dies wird jedoch nicht mehr als valide Methode zur Diagnose der Erkrankung angesehen, da Tenderpoints nicht mehr als zuverlässiger Indikator für Fibromyalgie gelten.

Injektionen an diesen Punkten werden nicht empfohlen. Man weiß, dass sich die Krankheit in sehr vielen unterschiedlichen Symptomatiken und Schwere der Symptome äußert. Daher wird Fibromyalgie nicht mehr durch bestimmte Schmerzbereiche oder -punkte identifiziert, sondern durch die Schwere und Chronizität der Schmerzen.

Suchen Sie einen Arzt auf, um andere Ursachen für Schmerzen in diesen Bereichen auszuschließen. 

Ausblick 

Es gibt keine endgültige Heilung für Fibromyalgie, jedoch eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten und mittlerweile klare Diagnosekriterien.

Bei strenger Einhaltung des Behandlungs- und Ernährungsplans gibt es gute Prognosen bezüglich der Schmerzlinderung.

Wichtige Fakten über das Fibromyalgie Syndrom:

  • Fibromyalgie verursacht globale Schmerzen, Müdigkeit und andere Arten von Unwohlsein
  • Die Symptome ähneln denen der Arthritis, jedoch betrifft Fibromyalgie das Weichgewebe und nicht die Gelenke.
  • Die Ursache ist unbekannt, aber zu den Risikofaktoren gehören traumatische Verletzungen, rheumatoide Arthritis und andere Autoimmunerkrankungen wie Lupus sowie genetische Faktoren.
  • Es gibt keine Heilung, aber Medikamente, Bewegung, Akupunktur und Verhaltenstherapie können helfen, die Symptome zu lindern und die Schlafqualität zu verbessern.