Gicht – Symptome, Therapie und Ratschläge zur Ernährung

Gicht ist eine häufig auftretende Krankheit, welche sich meistens als Schmerzen in bestimmten Gelenken äußert. Welche Gicht Symptome es gibt und wie wichtig die Ernährung bei Gicht ist erfahren Sie in diesem Artikel.

Gicht ist eine häufige Art von Arthritis, die starke Schmerzen, Schwellungen und Steifheit in einem Gelenk verursacht. In der Regel ist das Großzehengrundgelenk betroffen.

Gichtanfälle können schnell auftreten und im Laufe der Zeit immer wiederkehren, wobei das Gewebe im Bereich der Entzündung langsam geschädigt wird. Solche Anfälle können extrem schmerzhaft sein. Risikofaktoren für Gicht sind Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit.

Gicht ist die häufigste Form der entzündlichen Arthritis bei Männern. Nichtsdestotrotz können Frauen (besonders in den Wechseljahren) ebenso betroffen sein.

Gicht Behandlung

Gichtpatienten haben oft eine akute Entzündung im Bereich ihrer Gelenke.

Ein Großteil der Gichtfälle  wird mit Medikamenten behandelt. Diese können eingesetzt werden, um die Symptome von Gichtanfällen zu behandeln, zukünftige Schübe zu verhindern und das Risiko von Gichtkomplikationen wie Nierensteine reduzieren.

Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören beispielsweise nichtsteroidale Antirheumatika (NSARs) und Kortikosteroide. Diese reduzieren die Entzündung und den Schmerz in den Gelenken und werden normalerweise oral eingenommen.

Medikamente können auch eingesetzt werden, um entweder die Produktion von Harnsäure zu reduzieren oder die Niere beim Abbau von Harnsäure zu unterstützen.

Ohne Behandlung ist ein akuter Gichtanfall zwischen 12 und 24 Stunden nach seinem Beginn am schmerzhaftesten. Ohne Behandlung kann es über mehrere Tage und Wochen zu andauernden Schmerzen kommen.

Diagnose 

Die Diagnose von Gicht kann schwierig sein, da die Symptome von Gicht denen anderer Erkrankungen ähneln.

Ein diagnostischer Test, den Ärzte durchführen können, ist der Gelenkflüssigkeitstest. Hierbei wird dem Patienten mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem betroffenen Gelenk entnommen. Die Flüssigkeit wird dann untersucht, um festzustellen, ob Urat Kristalle vorhanden sind.

Da auch Gelenkinfektionen ähnliche Symptome wie Gicht verursachen können, kann ein Arzt  als Differenzialdiagnose die Gelenkflüssigkeit nach Bakterien untersuchen, um eine bakterielle Ursache auszuschließen.

Zusätzlich kann auch einen Bluttest als Diagnostik helfen, um den Harnsäurespiegel im Blut zu messen. Dennoch können Menschen die Symptome von Gicht entwickeln, ohne erhöhte Harnsäurewerte im Blut zu haben.

Schließlich kann der Arzt mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung nach Urat Kristallen im Bereich der Gelenke suchen. Röntgenaufnahmen können Gicht nicht nachweisen, können allerdings zum Ausschluss anderer Ursachen verwendet werden.

Arten der Gicht 

Es gibt verschiedene Stadien der Gicht.

Asymptomatische Hyperurikämie

Es ist möglich, dass eine Person einen erhöhten Harnsäurespiegel hat, jedoch keinerlei äußerliche Symptome aufweist.  In diesem Stadium ist eine Behandlung nicht erforderlich, obwohl sich durchaus Urat Kristalle im Gewebe ablagern und leichte Schäden verursachen können.

Menschen mit asymptomatischer Hyperurikämie wird daher geraten, jegliche Faktoren zu minimieren, die zur Harnsäurebildung beitragen. In diesem Fall spielt die Ernährung eine große Rolle.

Akute Gicht

Dieses Stadium tritt auf, wenn die abgelagerten Urat Kristalle eine akute Entzündung und damit verbunden starke Schmerzen verursachen. Dieser plötzliche Anfall wird als „Schube“ bezeichnet und klingt normalerweise innerhalb von 3 bis 10 Tagen wieder ab. Schübe können vielerlei Ursachen haben.  Auslöser können ein stressiges Ereignis, Alkohol und Drogen sowie kaltes Wetter sein.

Intervall- oder interkritische Gicht

Diese Phase ist der Zeitraum zwischen den akuten Gichtanfällen. Nachfolgende Schübe können für Monate oder Jahre ausbleiben aber bei Nichtbehandlung mit der Zeit länger andauern und häufiger auftreten. Während dieses Intervalle lagern sich weitere Urat Kristalle im Gewebe ab.

Chronische oberflächliche Gicht

Die chronische Gicht ist die am meisten beeinträchtigende Form der Krankheit. Bei dieser schweren Form kann es zu bleibenden Schäden an den Gelenken und den Nieren kommen. Symptome ähneln denen einer chronischen Arthritis. Es können sich eine Großzahl an Urat Kristallen in kühleren Bereichen des Körpers wie z. B. den Gelenken der Finger, entwickeln.

Das chronische Stadium wird meistens ausschließlich erreicht, wenn zuvor aufgetauchte Gichtschübe unbehandelt blieben. Die Fachliteratur nennt einen Zeitraum von 10 Jahren, in welchem eine Gicht unbehandelt bleibt bis diese in ein chronisches Stadium übergeht und andauert. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Patient, bei einer adäquaten Behandlung dieses Stadium erreicht.

Pseudogicht

Eine Erkrankung, die leicht mit Gicht verwechselt werden kann ist die Pseudogicht. Die Symptome der Pseudogicht sind denen der Gicht sehr ähnlich, obwohl die Schübe in der Regel weniger stark sind.

Der Hauptunterschied zwischen Gicht und Pseudogicht ist, dass die Gelenke durch Kalziumpyrophosphatkristalle und nicht durch Urat Kristalle gereizt werden. Pseudogicht erfordert eine andere Behandlung als Gicht.

Gicht wird zunächst durch einen Überschuss an Harnsäure im Blut, die sogenannte Hyperurikämie verursacht. Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von Purinen – chemischen Verbindungen, die in großen Mengen in bestimmten Nahrungsmitteln wie Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchten enthalten sind.

Normalerweise ist die Harnsäure im Blut gelöst und wird über die Nieren beim Wasserlassen ausgeschieden. Wenn zu viel Harnsäure produziert oder zu wenig ausgeschieden wird, können sich diese Kristalle ablagern und somit Entzündungen und Schmerzen in den Gelenken auslösen.

Risikofaktoren 

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Hyperurikämie und letztendlich einer Gicht erhöhen können, wie beispielsweise:

Alter und Geschlecht: Männer produzieren mehr Harnsäure als Frauen, allerdings nähern sich die Harnsäurespiegel von Frauen nach der Menopause denen der Männer an.

Genetik: Eine familiäre Vorbelastung mit Gicht erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Krankheit manifestiert.

Lebensstil: Alkoholkonsum stört den Abtransport der Harnsäure aus dem Körper. Eine purin-reiche Ernährung erhöht ebenfalls die Menge an Harnsäure im Körper.

Bleibelastung: Chronische Bleibelastung wurde mit einigen Fällen von Gicht in Verbindung gebracht.

Medikamente: Bestimmte Medikamente können den Harnsäurespiegel im Körper erhöhen; dazu gehören einige Diuretika und salizylathaltige Medikamente.

Gewicht: Übergewicht erhöht das Risiko für Gicht, da der Körper mehr Harnsäure als Stoffwechselabfallprodukt produziert. Ein höherer Anteil an Körperfett erhöht auch die systemische Entzündung, da Fettzellen pro-inflammatorische Zytokine produzieren.

Andere Gesundheitsprobleme: Niereninsuffizienz und andere Nierenprobleme bringen meist eine insuffiziente Filterfunktion mit sich. Somit werden Abfallprodukte nicht effizient entfernt. Dies führt zu einem erhöhten Harnsäurespiegel. Andere Erkrankungen, die mit Gicht in Verbindung gebracht werden, sind Bluthochdruck und Diabetes.

Gicht Symptome

Die Symptome der Gicht treten meist plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Häufig fängt ein Schub mitten in der Nacht an.

Die Hauptsymptome sind starke Gelenkschmerzen, was sich oft in einer Entzündung und Rötung des betroffenen Bereichs wiederspiegelt.

Gicht betrifft häufig das Großzehengrundgelenk, kann aber auch den Vorfuß, die Knöchel, die Knie, die Ellenbogen, die Handgelenke und die Finger betreffen. 

Gicht Komplikationen 

In einigen Fällen kann sich Gicht zu ernsteren Erkrankungen entwickeln. Beispiele hierfür sind:

Nierensteine: Wenn sich Urat Kristalle in den Harnwegen sammeln, können sie sich zu schmerzhaften Nierensteinen entwickeln.

Wiederkehrende Gicht: Manche Menschen haben nur einen einzigen Gichtanfall, bei anderen kommt es zu regelmäßigen Rückfällen, die die Gelenke und das umliegende Gewebe allmählich schädigen.

Gicht Ernährung 

Was man besonders gut selbst und eigenständig beeinflussen kann ist die Ernährung bei Gicht. Tipps für eine gesunde Ernährung finden Sie hier.

Achten Sie besonders auf:

  • eine hohe Flüssigkeitszufuhr von etwa 2 bis 4 Litern pro Tag einhalten
  • vermeiden Sie Alkohol
  • halten Sie ein gesundes Körpergewicht

Es ist sinnvoll, purin-reiche Lebensmittel zu reduzieren, um dem Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut nicht zu kontrollieren. Hier ist eine Liste von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Purin, vor denen man sich in Acht nehmen sollte:

  • Anchovis
  • Spargel
  • Rindfleisch
  • getrocknete Bohnen und Erbsen
  • Bratensoße
  • Hering
  • Leber
  • Makrele
  • Champignons
  • Sardinen
  • Jakobsmuscheln

Obwohl es sinnvoll ist, diese Lebensmittel zu reduzieren oder zu meiden, wurde in Studien festgestellt, dass eine purin-reiche Ernährung bei Gicht weder das Risiko für Gicht erhöht noch die Symptome verschlimmert.

Dabei ist die Rolle der Harnsäure bei Gicht klar definiert. Diese Tatsache und die große Bandbreite an medikamentösen Optionen macht Gicht somit zu einer sehr gut kontrollierbaren Form der Arthritis.

Schnelle Fakten über Gicht 

  • Gicht ist eine Form von Arthritis. Überschüssige Harnsäure im Blutkreislauf ist die Ursache dafür
  • Die Symptome der Gicht sind auf die Bildung von Harnsäurekristallen in den Gelenken zurückzuführen
  • Klassischerweise betrifft die Gicht das Gelenk an der Basis des großen Zehs
  • Gichtanfälle treten oft ohne Vorwarnung mitten in der Nacht auf
  • Bei den meisten Gichtfällen kommen spezifische Medikamente zum Einsatz
  • Ein wichtiger Standpfeiler bei Gicht ist die Ernährung